Freitag, 12. September 2014

Ein Gedicht von Xhenc Bezhi

Xhenc Bezhi wurde am 15.11.1961 in Gjakova, in Kosova geboren. Diplomierte er in einer Hochpädagogischen Schule, „BAJRAM CURRI“, Sprache und Literatur. Eine Zeit lang arbeitete er als Lehrer und war auch im Stadttheater tätig. Von 1992 bis 1993 migrierte er in Österreich, wo er heute noch lebt. Mit Schriften beschäftigte er sich schon seit seiner Jugend, als Gymnasiast schrieb er sogar für di e Zeitschrift „Shtigje“, vom literarischen Klub „Gj. N. Kazazi“ in Gjakova. Zusammen mit einer Gruppe bekannter Schriftsteller, veröffentlichte er einige Poesien im gemeinsamen Buch „Asht e gjak Arberie“, welches sein erstes Werk war. Sein zweites Buch ist „Tregime nga Malesia e Gjakoves“ und erscheint bald mit zwei weiteren Büchern, „Leter mbretit tim“ und „Krushku Mergimtar“, die ebenfalls Poesi behandeln.
 
 
DER OBDACHLOSE

Er ist nicht wie die anderen.
Seine Hosentaschen,
immer leer,
mit Steinen füllt ihr sie,
greift trotzdem niemanden an,
und wehrt sich auch nicht mit ihnen.

Mit diesen Steinen umrandet er die Blumen,

mit seinen krustigen Händen
er hat sie in einer Ecke eingesetzt,
am Rand der Straße,
am Rand der Stadtbrücke,
unter der er sich schützt
wenn es regnet
oder ein Schneesturm weht.

Wo er die Pflanzen nimmt,
auch den Willen,
auch wo er die Nacht verbringt,
Nein, weiß ich nicht,
sehe ich nur seine Hilfsbereitschaft
ohne Worte,
immer fürsorglich,
dass die Seele und die Augen uns freuen
mich und dich.
 
 
_______
Von Anthologie ILLYRICUM

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen